Blind Foundation bei uns zu Gast

Das Wort Inklusion gibt es schon seit einigen Jahren. Aber die Umsetzung dieses Wortes in die Tat geht nur sehr schleppend voran. Um auch besonders auf dem Kronsberg die Inklusion voranzutreiben suchten wir nach einer Möglichkeit, den Menschen kulturell etwas zu bieten. Bei den Recherchen für dieses Vorhaben stießen wir auf die Band „blind foundation“.

Die Vorbereitungszeit auf diesen Abend war lang: Mehr als ein halbes Jahr im Voraus mussten wir diese Band unter Vertrag nehmen und ihr Kommen in allen Einzelheiten planen. Aber dann war es endlich so weit; am 12.03. konnten wir den vier Musikern der Band „blind foundation“ im großen Saal des Stadtteilzentrums KroKuS zuhören.

 

Diese Band lebt die Inklusion, denn zwei der vier Musiker sind blind. In einem zweistündigen Konzert begeisterte uns die Virtuosität des Keyboarders Mohamed Metwalli, des Gitarristen Florian Hollinghaus und des Bassisten Markus Hofmann, der auch der Leiter der Band ist. Sehr ungewöhnlich aber genau so souverän präsentierte sich der Schlagzeuger Manfred Scharpenberg, der auch der Sänger der Gruppe war. Ob seine Stimme kraftvoll klar den Saal füllte oder soulig rau die Songs von Joe Cocker sang, die Bandbreite seiner stimmlichen Möglichkeiten war beeindruckend. Und professionell war auch die stimmliche Backgroundunterstützung der drei anderen Musiker.

Man merkt der Band an, dass hier Profis am Werk sind: Drei der Musiker haben Musik studiert. Sie boten uns einen bunten Querschnitt von den siebziger Jahren bis zum heutigen Tag aus den Bereichen Rock, Pop und auch einigen Schlagern.

 

In der Pause wurde den Getränken reichlich zugesprochen.

 

Der zweite Teil des Konzertes begann auf Wunsch mit dem Inklusionssong und führte uns dann wiederum weiter durch die Jahre der Pop- und Rockmusik. Die zwei Stunden verflogen viel zu schnell, aber irgendwann ist leider auch ein Konzert mal zu Ende. Wir wollen diese Band in jedem Falle noch einmal hören!

 

Zum Anhören des Songs klicken Sie bitte hier

Inklusion – Blind Foundation
Text: Alexandra Cremer
www.blindfoundation.de www.netzwerk-inklusion-frankfurt.de
© Alexandra Cremer - email: alexandra.cremer.nif@gmail.com


1. Strophe
Wir reisen durch die Welt und nehmen möglichst alles mit,
essen bio, treiben Sport, halten unsern Geist gern fit.
Mit Nahrung, Geld, Öl und Energie wird kräftig spekuliert,
doch die „Bildung für Alle“ wird rationalisiert.
Hat in die UN-Konvention schon mal jemand reingesehn,
denn bei der Umsetzung vor Ort muss dringend was geschehn.
Die Barrieren in den Köpfen sind die Steine auf dem Weg,
habt ein bißchen Mut und die Zweifel sind ganz schnell weggefegt!
Bridge
Es gibt einen Weg, den können wir gemeinsam gehn,
doch müssen wir zuerst etwas ganz Simples verstehn:
Refrain:
Inklusion: nimmt uns in unsren Stärken wahr,
nur Inklusion kommt mit den Unterschieden klar.
Inklusion: sie nimmt uns mit, lässt keinen stehn,
Inklusion: lass neuen Wind durch alle Länder wehn!


2. Strophe
Die Vielfalt aller Unterschiede ist der Reichtum dieser Welt,
und statt andre auszugrenzen werden Stärken jetzt gezählt.
Es ist in andern Ländern doch schon längst Realität:
alle zusammen vom Kindergarten bis hin zur Universität!
Um dies in Deutschland zu erreichen, muss man erst mal vor Gericht
und trotz viel Mühe, Zeit und Geld ist Inklusion hier nicht in Sicht.
Die Selbstverständlichkeit, mit andern Menschen umzugehn,
fehlt bei vielen heute noch, ja, das kann man täglich sehn.
Bridge
Doch es gibt einen Weg, den können wir gemeinsam gehn,
nur müssen wir zuerst etwas ganz Simples verstehn:
Refrain:
Inklusion: nimmt uns in unsren Stärken wahr,
nur Inklusion kommt mit den Unterschieden klar.
Inklusion: sie nimmt uns mit, lässt keinen stehn,
Inklusion: lass neuen Wind durch alle Länder wehn!


3. Strophe

„Handicap“ bedeutet nicht, wie gut man Golf spielen kann,
sondern "Einschränkung" im Leben, nicht nur dann und wann.
Für alle, die ein Leben lang, sich aufgerieben haben,
was wollen wir, was wollen wir, was wollen wir denn denen sagen?
Denen, die nicht gehen, hören, sprechen, greifen oder sehen
Und auch denen, die mehr Zeit brauchen, etwas zu verstehen
Doch stehn wir im Moment nur da und schaun uns um und warten
und hoffen einfach stark drauf, dass andre damit starten.
Bildungsfern ist ganz schön nah und muss oft gar nicht sein!
Ja denn ´ne Chance braucht ein jeder hier, das leuchtet doch wohl ein.
Bildungsnah und doch so fern, macht das wirklich einen Sinn?
Erstmal ich und dann lang nichts, wo wollen wir, wo wollen wir, wo wollen wir denn damit hin?
Nicht drängeln, sondern Tür aufhalten nicht nur selbst durchgehen,
Ein Lächeln schenken, Hände reichen: ist das so schwer zu verstehn?
Wir alle dürfen in uns gehn und ernsthaft fragen:
Was wünschen wir für unser Morgen, was kann ich dazu beitragen?
Bridge
Es gibt einen Weg, den können wir gemeinsam gehn,
Doch müssen wir zuerst etwas ganz Simples verstehn:
Refrain:
Inklusion: nimmt uns in unsren Stärken wahr,
Nur Inklusion kommt mit den Unterschieden klar.
Inklusion: sie nimmt uns mit, lässt keinen stehn,
Inklusion: lass neuen Wind durch alle Länder wehn!
Inklusion: nimmt uns in unsren Stärken wahr,
Nur Inklusion kommt mit den Unterschieden klar.
Inklusion: sie nimmt uns mit, lässt keinen stehn,
Inklusion: lass einen Ruck jetzt endlich auch durch Deutschland gehen!

 

 

 

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